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22.04.2017_Zeit zum Essen

Essen ist ein Bedürfnis, genießen ist eine Kunst (F. Rochefoucauld)

Der Osterstrauch am Fenster lässt langsam aber sicher seine überladenen Zweige hängen, die frisch-grünen Blätter wurden in den letzten Tagen müde vom Leben in der Vase. Ein gutes Zeichen..denn damit sollte in logischer Folge bald spätfrühlingshafte bzw. frühsommerliche Stimmung ins Land ziehen. Die Betonung liegt derweilen aber noch auf sollte. Erst vor ein paar Tagen habe ich die bereits abgeschriebenen Winterjacken der Kinder wieder aus dem Kasten gezerrt.
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Seine Zeit ist abgelaufen...
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...der Flieder kann sich beim Anblick der verschneiten Gipfel aber trotzdem noch nicht zum blühen aufraffen!
Das derzeitige kalte Wetter tut der Vorfreude aber keinen Abbruch…sattes Grün, warme Blütenduft-schwangere Luft und frisches Obst und Gemüse erobern vielleicht noch nicht morgen..aber dafür sicher bald unsere Teller & unser Gemüt. Immerhin aus dem Gewächshaus gibt’s mittlerweile frischen Salat, die ersten Karotten, Jungzwiebeln und Spinat.
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Erste Geschenke ausm Gewächshaus...
Es kann also nicht schaden, sich in Kochlaune zu bringen...
In den letzten Wochen stand jedoch noch nicht kochen sondern viel mehr backen am Programm. 3 Kindergeburtstage galt es – wie jedes Jahr - zwischen Mitte März und Mitte April zu absolvieren. Mittlerweile haben wir es geschafft … 2 – 4 – 6 Jahre wächst das Junggemüse bereits unter unserem Dach. Allzu viel Farbe gab es entsprechend der Jahreszeit aber noch nicht, um das traditionelle, Kerzen-bestückte Backwerk am Geburtstagstisch zu verschönern. Nur auf der letzten der drei Torten fand sich, aufgrund logistischer Engpässe bei den Partyvorbereitungen, doch noch spanische Sommerstimmung. Die leuchtend roten Erdbeeren hab nicht ich, sondern der oder die KonditormeisterIn vom Supermarkt auf der Torte platziert. Zugegeben, die Torte war trotz fehlender Regionalität sowas von gut …der Sommer ließ grüßen.
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Fehlende Regionalität tut der Vorfreude keinen Abbruch.
Was das Kochen und genussvolle Essen anbelangt, habe ich – um zurück zum Thema zu kommen - einen heimlichen und hinterlistigen Plan gefasst. Neue Kochideen und überhaupt mehr zeitlicher Spielraum sollen in unsere Küche Eingang finden.
Wer Kinder hat, weiß um die Problematik der erfolgreichen Rezeptsuche Bescheid. Die „lustig-bunten“ und „kreativen“ Kinderrezepte diverser gscheiter Zeitschriften hab ich nur einmal und dann nie wieder ausprobiert. Unseren Kindern ist es ziemlich wurscht, ob die vitaminreichen Gemüselaberl in „süßer Herzchenform“ auf dem Teller landen oder die Nudln samt Sauce in „kunterbunte Muffins“ gepresst werden.

Wie und warum also die kochtechnische Motivation aufrechterhalten und sich nicht dem täglichen Wunsch nach Spagetti mit Butter geschlagen geben?
Ganz einfach…Weil vor unserer Tür in den nächsten Monaten Unmengen unterschiedlichste Sorten Kartoffeln, Zucchini, Kürbis, Tomaten, Zwiebel, Knoblauch, Paprika, Kraut, Artischocken, Kräuter und was weiß ich noch alles geerntet werden wollen. Möglichst viel werden wir hoffentlich auf unserem Hofmarkt verkaufen, aber ein Teil der Ernte wird auch für unsere Küche zur Verfügung stehen. Darauf freu ich mich... erntefrischest ohne längere Zwischenlagerung.
Gemüse und Obst, welches man den Kindern mit den raffiniertesten Tricks und Versprechungen am Esstisch nicht unterzujubeln vermag, essen sie im Garten und von den Bäumen ganz ohne Monologe der allwissenden Erwachsenen. Karotten frisch aus der Erde, sonnenwarme Tomaten, abgezupfte Salatblätter und Zucchiniblüten.
Letztes Jahr habe ich mir ein Kochbuch gekauft. Österreichische Kleinbauern präsentieren darin ihre Produkte. Vor Ort wurden mit reifen Gemüsearten, Früchte etc. spontane Rezepte kreiert und gekocht...unter dem Motto „die Orte machen die Rezepte“. Beim Anblick der farbenprächtigen Fotos wird man regelrecht in die geschmackliche Welt der Gerichte samt der warmen Atmosphäre der einzelnen Bauernhöfe hineingezogen. Kurzum, das Buch macht Lust auf genussvolles, bewusstes, regionales Essen.
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Ab Hof - Eine kulinarische Reise zu Österreichs Kleinversorgern (von Alexander Rieder und Manuel Zauner)
Der Geschmacksvielfalt regionaler Lebensmittel hat sich auch die bereits in den 80ern gegründete Slow-Food-Organisation verschrieben. Sie umfasst mittlerweile über 100.000 Mitglieder in 150 Länder und ist der Ausdruck gesellschaftlichen Wandels in Bezug auf die Lebensmittelwirtschaft, die zunehmend von einheitlichem, globalisiertem Fastfood dominiert wird.
"Der Erhalt einer regionstypischen Landwirtschaft, einer regionalen Geschmacksvielfalt, die Wiedergewinnung einer genussvollen, vielfältigen und bewussten Esskultur“ sind nur einige gesteckte Ziele, denen ich persönlich – auch wenn ich es in der eigenen Lebensführung nicht immer schaffe - durch und durch zustimme.
Vor einigen Wochen nahm ich an einem überaus spannenden und unterhaltsamen Kochkurs teil. Eine Getreidebäuerin aus der Region hat diesen veranstaltet und ich habe mir daraus so einiges mitgenommen: nicht nur das gute Gefühl, welches man von der Dynamik beim gemeinsamen Kochen bekommt, sondern auch ein Aufleben meiner eigentlichen Einstellung zum Kochen & Essen. Das letzte Jahr war vollgepackt mit der Verwirklichung unseres Hofprojekts. Und ich geb´s zu - genussvolles Kochen und Speisen habe ich in letzter Zeit etwas aus den Augen verloren. Zusätzlich kostet das Essen mit Kindern an einem Tisch mitunter unendlich viele Nerven.
Nichtsdestotrotz sind Igor und ich der Auffassung, dass eine gemeinsame, lustvolle und halbwegs regelmäßig zelebrierte Esskultur einen großen Beitrag zum guten gemeinsamen Leben leistet.
Die bevorstehende warme Jahreszeit soll also ein bewusster Startschuss sein. Nicht nur für unsere zukünftigen Hofmarktkunden, die allerlei Gemüse, Kräuter und Früchte direkt vom Feld in den Einkaufskorb bekommen. Auch für uns.
Aufgrund des aufkommenden Wintergemüse-Streiks der Kinder (was haben die nur gegen schrumpelige Pastinaken und Krautsuppe?) ist es ohnehin höchste Zeit für mehr Farbe und Geschmack auf Feld und Teller.
Saisonale, regionale, frische, biologische Lebensmittel zu konsumieren und sich die Zeit fürs Kochen und Essen nehmen – trägt viel zu meinem positiven Lebensgefühl bei. Gleichzeitig ist es aber auch – mit Blick auf die Slow Food Bewegung - ein gesellschaftspolitischer Akt.
Autor:
Julia & Igor
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