20.11.2017_ "I´ll be back"
Die Kasse, der Slawe und ich
Kalt sind sie…Die Finger am Bauernmarkt. Spätestens nach zwei Stunden Stehzeit lässt das Greifvermögen der gefrorenen Finger nach. Dann wird das Münzen-aus-der-Metallkasse-nehmen mühsam. Hätte ich eine modernere, geräumigere Kasse, dann ginge es wahrscheinlich leichter. Meine aber ist ein leicht unhandliches Drum.
Ich werde ihr aber trotzdem treu bleiben.
Die Kasse hat mein Großvater Anfang der 1950er Jahre gekauft.
Er und meine Großmutter standen in den 50ern und 60ern bei Wind und Wetter am Steyrer Stadtplatz und im Münichholz. Die besagte Kasse war beim Marktfahren immer dabei.
Auf der Innenseite des Kassendeckls hat einer der beiden mit Bleistift offenbar Einnahmen zusammengerechnet…35+26+31+27+34=153. Ich schätze, es ging da um 153 Schilling fürs verkaufte Hendlfleisch. Oder wars für die Äpfel?
Mit Äpfeln und mit Hendlfleisch haben meine Großeltern ganz gut Geld verdient. Auf unserem jetzigen Gemüseacker war in den 1960ern eine Apfelplantage.
Gemüse gab es in der Fuxengutgeschichte der letzten 100 Jahre soweit ich weiß nicht. So lange – oder eigentlich noch ein bisschen länger – ist das Fuxengut mittlerweile in Familienbesitz. 1909 hat der Ururgroßvater das Fuxengut gekauft und wir sind mittlerweile die 5. Generation am Hof. Die Landwirtschaft diente – weil die Flächen relativ klein sind – lange nur der Selbstversorgung für die Bewohner des Hauses. Erst meine Großeltern versuchten sich mit der Bewirtschaftung der knapp 5 Hektar Fläche ein Einkommen zu schaffen. Das Einkommen wanderte in die unhandliche Kasse. Nach dem Ende des landwirtschaftlichen Schaffens meiner Grosseltern verschwand die Kasse 50 Jahre am Dachboden…bis sie im Frühsommer des Jahres 2017 ihr Comeback feiern durfte.
Wenn ich schon bei der Geschichte des Fuxenguts bin…Letzten Donnerstag wurde das Buch „Garstner Bauernhöfe“ von Karl Mayer präsentiert. Ein beeindruckendes und spannendes Werk mit wunderschönen Bildern übrigens. Auch das Fuxengut wird beschrieben, hat sogar die prominente Adresse Seite 100.
Die Kasse hat mein Großvater Anfang der 1950er Jahre gekauft.
Er und meine Großmutter standen in den 50ern und 60ern bei Wind und Wetter am Steyrer Stadtplatz und im Münichholz. Die besagte Kasse war beim Marktfahren immer dabei.
Auf der Innenseite des Kassendeckls hat einer der beiden mit Bleistift offenbar Einnahmen zusammengerechnet…35+26+31+27+34=153. Ich schätze, es ging da um 153 Schilling fürs verkaufte Hendlfleisch. Oder wars für die Äpfel?
Mit Äpfeln und mit Hendlfleisch haben meine Großeltern ganz gut Geld verdient. Auf unserem jetzigen Gemüseacker war in den 1960ern eine Apfelplantage.
Gemüse gab es in der Fuxengutgeschichte der letzten 100 Jahre soweit ich weiß nicht. So lange – oder eigentlich noch ein bisschen länger – ist das Fuxengut mittlerweile in Familienbesitz. 1909 hat der Ururgroßvater das Fuxengut gekauft und wir sind mittlerweile die 5. Generation am Hof. Die Landwirtschaft diente – weil die Flächen relativ klein sind – lange nur der Selbstversorgung für die Bewohner des Hauses. Erst meine Großeltern versuchten sich mit der Bewirtschaftung der knapp 5 Hektar Fläche ein Einkommen zu schaffen. Das Einkommen wanderte in die unhandliche Kasse. Nach dem Ende des landwirtschaftlichen Schaffens meiner Grosseltern verschwand die Kasse 50 Jahre am Dachboden…bis sie im Frühsommer des Jahres 2017 ihr Comeback feiern durfte.
Wenn ich schon bei der Geschichte des Fuxenguts bin…Letzten Donnerstag wurde das Buch „Garstner Bauernhöfe“ von Karl Mayer präsentiert. Ein beeindruckendes und spannendes Werk mit wunderschönen Bildern übrigens. Auch das Fuxengut wird beschrieben, hat sogar die prominente Adresse Seite 100.
Meine Mutter und ich haben uns an diesem Abend unters Volk in der Garstner Mehrzweckhalle gemischt um auf eine Zeitreise zu gehen…von der ersten Besiedelung der fruchtbaren Böden entlang der Enns bis zur gegenwärtigen Situation der Garstner Bauernhöfe. Slawen haben sich im frühen Mittelalter entlang der Flüsse Steyr und Enns angesiedelt.
Dazu kamen in weiterer Folge bayrische Siedler, die die zunehmende slawische Besiedelung verhinderten und verdrängten.
„I´ll be back“ hat da wohl damals – so vor 1300 Jahren - einer der slawischen Bauern in Arnold-Schwarzenegger-Manier gesagt.
Und genau das tat er auch. Er kam zurück. ..und hat sich am Fuxengut niedergelassen.
Igor und ich versöhnen die Streithansln des frühen Mittelalters und beackern jetzt Seite an Seite das fruchtbare Land ob der Enns. Wenns nur immer so einfach wäre in der Geschichte der Menschheit.
Dazu kamen in weiterer Folge bayrische Siedler, die die zunehmende slawische Besiedelung verhinderten und verdrängten.
„I´ll be back“ hat da wohl damals – so vor 1300 Jahren - einer der slawischen Bauern in Arnold-Schwarzenegger-Manier gesagt.
Und genau das tat er auch. Er kam zurück. ..und hat sich am Fuxengut niedergelassen.
Igor und ich versöhnen die Streithansln des frühen Mittelalters und beackern jetzt Seite an Seite das fruchtbare Land ob der Enns. Wenns nur immer so einfach wäre in der Geschichte der Menschheit.
Und ich…ja ich war schon immer gerne am Fuxengut. Wenn auch zwischenzeitlich in einer anderen Stadt, so flüsterte mir das 15 Jahre konsequent an der Wand hängende Fuxengut-Straßenschild meine Zukunft.
Also auch ich bin zurück.
Der Erdgeschossteil unserer Wohnung war in früheren Zeiten ein Schweinestall. Ein relativ niedriges Gewölbe - im Sommer immer angenehm kühl und im Winter ein äußerst gemütlicher Rückzugsort. Meistens macht unsere Wohnung der Geschichte eines Schweinestalls alle Ehre – das nur so ganz nebenbei.
Genug der geschichtlichen Ausschweifungen. Wir drei sind also zurückgekehrt und sind ein überaus gutes Team am Bauernmarkt..die Kasse, der Igor und ich.
Aja, wenn da nur nicht die gefrorenen Finger wären. Aber dafür gibt’s die heiße Kaffeetasse gegen 13 Uhr. Die Marktfahrzeit ist für dieses Jahr aber ohnehin fast abgeschlossen. Dann wird die Kasse ausgeleert und wir ziehen uns für ein Winterschläfchen zurück in unseren Schweinestall. Nur Kohlsprossen, Lauch und einige Wintersalate trotzen weiterhin der Kälte. Im Hintergrund sind die Hänge des Dambergs bereits weiß.
Also auch ich bin zurück.
Der Erdgeschossteil unserer Wohnung war in früheren Zeiten ein Schweinestall. Ein relativ niedriges Gewölbe - im Sommer immer angenehm kühl und im Winter ein äußerst gemütlicher Rückzugsort. Meistens macht unsere Wohnung der Geschichte eines Schweinestalls alle Ehre – das nur so ganz nebenbei.
Genug der geschichtlichen Ausschweifungen. Wir drei sind also zurückgekehrt und sind ein überaus gutes Team am Bauernmarkt..die Kasse, der Igor und ich.
Aja, wenn da nur nicht die gefrorenen Finger wären. Aber dafür gibt’s die heiße Kaffeetasse gegen 13 Uhr. Die Marktfahrzeit ist für dieses Jahr aber ohnehin fast abgeschlossen. Dann wird die Kasse ausgeleert und wir ziehen uns für ein Winterschläfchen zurück in unseren Schweinestall. Nur Kohlsprossen, Lauch und einige Wintersalate trotzen weiterhin der Kälte. Im Hintergrund sind die Hänge des Dambergs bereits weiß.