Die Weihnachtszeit ist vorbei, der Schnee ist noch da…trotzdem scharren wir langsam aber sicher in den Startlöchern für die Vorbereitung der zweiten Bauphase im März und unserer ersten Gemüsesaison. Das neue Jahr hat ohne Brandlöcher im Folienhaus begonnen, das hat uns ganz besonders gefreut. Igor und ich haben uns zu Silvester schon auf mitternächtliche Diskussionen mit den Hobbypyrotechnikern der Nachbarschaft vorbereitet …aber nein, in höchster Rücksichtnahme blieben die lieben Nachbarn wie vor einer unsichtbaren Mauer an der Grundgrenze stehen und haben sich dort mit ihren Raketen und Raketchen amüsiert. Danke nochmals und auf ein frohes, gemeinsames 2017er!
Mittlerweile ist der Christbaum aus dem Fenster geflogen und der Weihnachtsschmuck wieder in seine Kiste zurückgekrochen. Während unsere Hendln unter staatlich verordnetem Hausarrest stehen, und der Gockl frühmorgens seine Mädls von der Stange kräht, genießen wir die Frühstückstischaussicht Richtung Dambergwarte bzw. die eigenhändig verbaute Aussicht Richtung Sengsengebirge. Aber unser Flaggschiff aus Metall und Folie ist ohnehin viel schöner, als so ein Gebirge.
In den letzten Wochen haben wir über unseren (übrigens äußerst empfehlenswerten) Arche Noah-Büchern gebrütet und an unserer Sortenauswahl fürs Gemüse 2017 gefeilt. Mittlerweile ist ein Großteil des Saatgutes für dieses Jahr bestellt. Unterschiedlichste Gemüsearten und –sorten, unterschiedlichste Farben, Formen und Aromen. In diesem Jahr steht bei uns vor allem eines im Vordergrund: ausprobieren und experimentieren. Wichtig ist uns, der traurig-schmalen Sortenauswahl und der Geschmacks-Fadesse der ewig gleichen Gurken, Tomaten und Kartoffeln ausm Handel etwas entgegenzusetzen. Gut drei Viertel der genetischen Vielfalt bei landwirtschaftlich genutzten Pflanzen – und damit auch ¾ der Geschmäcker, Formen, Farben und Geschichten - sind laut Weltgesundheitsorganisation im 20. Jahrhundert verloren gegangen. Einer der Hauptgründe dafür sind die politischen Rahmenbedingungen, welche den „Hochleistungssorten“ den Vorzug geben. Am Fuxengut herrschen andere Rahmenbedingungen…und was dabei rauskommt, freut hoffentlich unsere zukünftigen Kunden.
Wenn ich schon mal beim Gemüse bin…Was mich derzeit mindestens genauso viel beschäftigt wie die Saatgutbestellerei, ist das „unter-einen-Hut-bringen“ von Arbeit und Kinder. In unserem Fall also: Die Vereinbarkeit von Gemüse mit Junggemüse.
All die Vorbereitungen, das Ideensammeln und Besprechen braucht Zeit. Und diese Zeit will erst mal gefunden werden, bei einer Wohnung voller Kinder.
Wir wollten 3 (alle guten Dinge sind 3) - von Anfang an. Wir würden sie nie im Leben wieder zurückgeben (nur hin und wieder;). Aber all zu viel Verständnis darf man sich auf ein „heast, spielts bitte wo anders, das ist unser BÜRO“ halt auch nicht erwarten.
Was solls…wir sind guter Hoffnung, dass der nahende Frühling dem Grippe-Staffellauf ein Ende setzt bzw. die Gartensaison für unser Junggemüse eröffnet.
Kompliziert wird’s nur, wenn wir uns beispielsweise kurzfristig einbilden, dass es den besten und schönsten Bambus für unsere steirischen Käferbohnen nur in einem polnischen Spezialgeschäft für Gemüsebau gibt. Also schnell Deutschland von der Südgrenze bist fast ganz rauf durchqueren um einen Abstecher über die polnische Grenze zu machen.
Da ist es dann einfach unglaublich hilfreich, dass man in einem Haus voller Familie wohnt, die einem das Junggemüse übers Wochenende pflegt, gießt und bespaßt. Danke nochmal und ihr werdet sehen…solche Bohnenrankgestelle hat diese Welt noch nicht gesehen!
Jetzt braucht sich also nur noch der so schön anzuschauende Winter verzupfen und wir können loslegen!