Bei unseren bisherigen Gemüsebau-Tätigkeiten haben Igor und ich die meisten anfallenden Arbeiten wie Aussaat, Unkraut-jäten oder Ernte problemlos händisch bewältigt. Mit der Planung des Projekts „Fuxengut – Stadtnahe Landwirtschaft“ stellte sich jedoch die Frage nach den für unseren Maßstab passenden landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen. Wir begannen also im Internet und in Fachzeitschriften zu recherchieren bzw. Landtechnikgeschäfte abzuklappern. Die Suche nach den passenden Geräten erwies sich jedoch als ziemlich schwierig. Im Vergleich zu den durchschnittlichen landwirtschaftlichen Betrieben verfügen wir über eine insgesamt sehr kleine Fläche bzw. noch kleinere Flächen für die einzelnen Gemüsekulturen. Verfügbare Landtechnik die wir fanden, war jedoch auf viel größere Betriebe bzw. Flächen ausgerichtet, die Maschinen entsprechend groß und teuer.
Wir waren also etwas ratlos. Das einzige was klar war: mit unseren 4 Händen können wir niemals unsere 2 Hektar Boden selber bewerkstelligen (zu schaffen wäre das wohl nur, wenn wir kinderlos wären und gerne täglich 20 Stunden in der Hochsaison arbeiten).
Zufällig sind wir dann aber vor einigen Monaten über eine tschechische Firma gestolpert, die für unsere Größenordnung genau die richtigen Maschinen zu produzieren schien. Wir planen die Kultivierung unterschiedlicher Gemüsearten…der besagte Produzent schien wirklich für alles etwas passendes zu haben - zum Kartoffellegen, Aussähen, Unkrautentfernen, Mulchen etc. – und das auch noch in genau der richtigen Größe.
Ich hab hier keinen Genierer den Namen der Firma zu nennen, denn ohnehin erhält man bei entsprechender Internetsuche anfangs nur Infos über die Primatengruppe der Lemuren. Ihr könnt es ja probieren: VARI.
Igor und ich waren also sofort verliebt in die reichhaltige Gemüsebau-Angebotspalette dieser Firma. Geräte mit wohlklingenden Namen wir Häufelschare und Zinkenegge begegneten uns da. Einziges Problem: Wir fanden keinen Vertreiber in Österreich, der alles hatte was wir brauchen. Und die tschechische Firma selber liefert nicht nach Österreich.
Worüber wir uns im ersten Moment ziemlich ärgerten erwies sich jedoch in weiterer Folge als erholsamer Glücksfall!
Dadurch bekamen wir nämlich die Möglichkeit, unsere tschechischen Freunde in Brünn, denen wir ohnehin schon seit fast einem Jahr einen Besuch schuldeten, zu treffen. Sie waren so nett und ließen uns die gesamte bestellte Ware an ihre Wohnadresse liefern. Dann kam der Tag X, unsere Gemüsebau-Maschinen wurden geliefert und wir starteten – dank meiner Eltern, die sich bereiterklärten die 3 Enkelkinder zu übernehmen – einen unerwarteten Tagesausflug in die südtschechische Region Mähren, nach Brno. Beide können wir uns kaum noch erinnern, wann wir das letzte mal zu zweit, ganz ohne Kinder, unterwegs waren. Entsprechend gut war die Laune! Keine Rückbank mit sitzunwilligen Kindern, Tankstellen-Süssigkeiten nur für uns allein, Musik im Auto so laut wie schon lange nicht mehr – weil keine Gefahr, jemanden aufzuwecken!
Los ging die Reise frühmorgens durch die Nebelsuppe Oberösterreichs Richtung Osten, dann durchs sonnige Weinviertel rauf bis nach Brünn wo uns Andrea und Lukáš mit tschechischer Hausmannskost, Kaffee und Kuchen und … unserem Vari-Equipment erwarteten.
Der Nachmittag verging wie im Flug, die gut 500 Kilo Metall wurden eingeladen und schon gings wieder zurück Richtung Fuxengut. Bei Sonnenuntergang durchs Weinviertel und bei Regen und Nebel durch Oberösterreich.
Der „Urlaub“ hat uns gut getan und der nächste Tag stand im Zeichen des Zusammenbauens der Einzelteile...und um die Mittagszeit drehten wir dann bereits die erste Runde mit unserem Einachsschlepper übers Fuxengut. Ab nächsten Jahr werden wir damit die hoffentlich reiche Ernte vom Feld zu unserem Hofmarkt karren.
Hoffentlich ist bald Frühling, dann werden die verschiedenen Geräte ihren Dienst antreten und uns bei Aussaat, Unkrautbekämpfung, Ernte usw. unterstützen und euch eine reiche Palette an Fuxengut-Gemüse bescheren.