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22.11.2016_Das Leben - ein Gemüsegarten?

Ausstieg oder Einstieg in die Arbeitswelt unserer Zeit...

Igor und ich sind beide im Jahr 1983 geboren. Ziemlich unterschiedlich waren die Arbeitswelten unserer Eltern, als wir noch klein waren. Ziemlich unterschiedlich sind sie heute noch…allein schon deshalb, weil es beträchtliche wirtschaftliche Unterschiede zwischen Österreich und der Ukraine gibt. Aber eines hat unsere Elterngeneration – wurscht ob im Westen oder Osten - gemeinsam: die Möglichkeit war noch relativ groß, sich seine Existenz mit EINER Arbeitsstelle vom Ende der Ausbildung bis zur Pensionierung zu finanzieren. In der Welt in der wir jetzt leben, scheint sich – im Vergleich zur Arbeitswelt unserer Eltern – einiges verändert zu haben. Eine Ausbildung ist in der Ukraine wie auch in Österreich schon lange keine Garantie mehr dafür, sich mit einer einzigen sicheren Arbeitsstelle ein erfülltes und „reichhaltiges“ Leben – von Berufslebens-Anfang bis Ende - leisten zu können. Wohin bewegen wir uns also im Hinblick auf unsere Arbeitswelt, die offensichtlich immer digitaler, wählerischer, schnelllebiger und unsicherer wird? Vorteilhaft mag es sein, dass man quasi dazu gezwungen ist, kreativ und flexibel zu bleiben. In manchen Phasen des Lebens könnte der eine oder andere aber womöglich auf diese kreative Flexibilität verzichten. Es kommt halt auf die Berufswahl an, hört man oft.… „Brotlos-Studium“ oder doch etwas angeblich wirtschaftlich und sozial Nachgefragtes? Aber stimmt das wirklich?
Vielleicht manchmal..So hatte mein Bruder als Sozialarbeiter im Bereich Suchthilfe noch nie ein Problem freie Stellen zu finden– da gibt es ganz offensichtlich immer was zu tun – während es mir die Landschaftsplanung schon immer ein bisschen schwerer gemacht hat. Aber um ehrlich zu sein..so einfach ist es aus meiner Sicht nicht. Ich denke, eine Existenz lässt sich aus jedem Interesse, aus jeder Leidenschaft basteln – egal ob als brotlos abgestempelt oder nicht. Hin und wieder verlangt es schlichtweg sehr viel Durchhaltevermögen und Motivation. Die Arbeitswelt ist rauer geworden..und gerade deshalb lohnt es sich, einen guten Plan fürs eigene Leben zu schmieden. Was ist es wirklich, was wir wollen? Womit wollen wir den größten Teil unserer Lebenszeit in den nächsten 30, 40 Jahre verbringen? Welche Arbeitswelt soll die unsere sein? Für den einen ist ein fixer Schreibtischjob eine wohlige Idealvorstellung, für den anderen der blanke Horror. Wäre Igor in einem Büro gelandet…er wäre wohl nach spätestens einer Woche durchs Klofenster geflüchtet.
Während also meinem Mann Schreibtischarbeit schon immer den Schweiß auf die Stirn getrieben hat, konnte ich mir doch lange Zeit einen maßvollen Büroalltag vorstellen. An einem grauen Wintertag in Wien habe ich meine Einstellung jedoch geändert. Wir hatten eine erfolgreiche und blühende Gemüsesaison in unserem Fuxengutgarten hinter uns, der Winter stand vor der Tür und ich hatte im Rahmen meiner Arbeit einen Termin bei einer Verwaltungsbehörde. Ich kam dort an, Taschenkontrolle, Lift, eine blecherne Frauenstimme machte mich auf die Ankunft im 4. Stock aufmerksam – BING – … aussteigen, rechts einbiegen – so wie vom Portier beschrieben… Und da lag er vor mir! Dieser schier unendlich lange, schummrige Gang. Bürotür reihte sich an Bürotür. Mag sein, dass es eine situationsabhängige, durch Schneegatsch und schwangerschaftsbedingte Stimmungsschwankungen beeinflusste, subjektive Wahrnehmung dieses Moments war…aber dieser Moment ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Plötzlich erschien mir Büroarbeit nicht mehr als sonderlich attraktive Vorstellung für mein berufliches Leben. Mag es für andere ein sicherer Hafen, ein kreativer und schaffensreicher Ort sein, den man mit Freude täglich aufsucht..mir schien es nicht mehr das Richtige zu sein. Was und wie möchten wir arbeiten während die Zeit über uns hinwegfliegt? Was möchten wir mit unserer geistigen und körperlichen Energie anfangen und schaffen?
Der Gemüsegarten als ein Ort der Arbeit war für uns jahrelang das immer wiederkehrende Wochenendprogramm.
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Wochenendprogramm...
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Die Möglichkeit einer beruflichen Konzentration auf den Gemüsebau und damit verbundene Ideen schien uns als genau das Richtige. Eine Chance, in einer der Technik zugewandten Welt, in die wir hineingeboren wurden, etwas zu schaffen, das gut schmeckt, gut riecht, schön ausschaut, und sich – für uns und unsere Kunden – gut anfühlt. Ein Leben im Gemüsegarten für alle Sinne. Auch wenn´s furchtbar esoterisch klingt. Das Lebensmittel als Lebenmittelpunkt. Dazu haben wir uns entschieden. Wie sich unsere beruflichen Ideen und Vorstellungen entwickeln, könnt ihr in den nächsten Jahren - in guten wie in schlechten Zeiten ;) - in unserem Blog mitverfolgen…
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Schattenseiten gibts auch im Gewächshaus-Büro
Autor:
Julia
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