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16.02.2017_Zeit nehmen...söba mochn?

Die abendliche Stille legt sich gnädig über unsere 4 Wände. Der Nachwuchs ist im Bett, die Wohnung gleicht wie üblich einem Schlachtfeld. Zuerst einmal Tee kochen. Am besten den „Inspirationstee“, den mir unser Versicherungsberater letztes Mal als Werbegeschenk mitgebracht hat – dann kann nix schief gehen. Also hinsetzen und nachdenken. Blick nach rechts – der Mond scheint mir durchs Fenster entgegen. Blick nach vorne – ein leeres, weißes Blatt Microsoft…Womit beschäftigen wir uns derzeit?
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„Zeit die wir uns nehmen, ist Zeit die uns was gibt“ - Unter diesem Motto arbeiten wir an unserem Projekt „Selbsterntegärten“. Die Selbsterntegärten werden sozusagen die Eröffnung unseres Betriebs im Frühling übernehmen. Eigenes Gemüse ab-Hof gibt’s in diesem ersten Jahr erst ab Frühsommer…dafür fehlt uns jetzt noch die Zeit. Das oben genannte Zitat von Ernst Ferstl, einem österreichischen Lehrer und Dichter, im eigenen Leben umzusetzen ist nicht immer so leicht. In der Zeitschriftenabteilung vom Thalia auf der Linzer Hauptstraße ist es mir grad gestern wieder ins Auge gestochen. Nicht nur ich hab oft genug das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben. Diese Allgegenwärtigkeit des Wunsches nach mehr Zeit - für sich, für andere, für bestimmte Tätigkeiten - entwickelte sich offenbar mittlerweile zu einer lukrativen Marktnische: „Offline is the new luxury“ oder “Calm in the chaos“ les ich da, mit jede Menge guten und mittelguten Tipps. z.B. Städtisches Wildkräutersammeln in Parks und zwischen Häuserzeilen. Ich weiss nicht so recht. Muss man mögen.
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Wenn´s doch so einfach wär!
Aber um was es schlussendlich immer geht…Sehnsucht nach Einfachheit, Ruhe, Innehalten. Überfluss von allem - nur die Zeit ist knapp. Ein Gefühl, als ob das Leben einen vor sich her treibt, mit der Peitsche in der Hand. Kaum Zeit zum Rasten und Nachdenken.
Dementsprechend eine unglaubliche Vielfalt an Zeitschriften, die – zugegeben - auch mich mit ihren schönen Bildern und philosophischen Zitaten magisch anziehen. Und ja, ich geb´s zu…eines dieser 8-Euro-Heftln ist auch in meiner Tasche verschwunden (nach Bezahlung versteht sich) und mit Genuss habe ich die 58-Minutenfahrt von Linz nach Garsten dafür genutzt, in diese Wohlfühl-Marktnische des Zeitnehmens einzutauchen.
Zeit wird’s langsam auch für unser Projekt „Selbsterntegärten“…der Frühling ist in spürbarer Nähe. Am 2. April hoffen wir auf viele interessierte und motivierte Menschen bei unserem Selbsternte-Infonachmittag. 2 Wochen später soll es dann losgehen. Wir hoffen auf viele Leute, die mit uns auf den Zug der Selbstversorgung aufspringen. Leute, die sich die Zeit nehmen. Wir sind überzeugt davon, aber sind es die Menschen rund um uns auch?
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Auch am Wiener Stadtrand scharrt man in den Startlöchern
Selber Gemüse anpflanzen, pflegen, ernten? Wo es doch so viel einfacher geht.
Urban Gardening also? Ja, wir sind stadtnahe und ja, zur Goatnoabeit kann man bei Bedarf auch Gardening sagen. Wir tun´s trotzdem nicht. Ich frage mich also, ist das ein hipper Lifestyle, eine alternative Modeerscheinung, ein kurz aufleuchtender Stern vorm nächsten Modetrend? Haben die Leute überhaupt Zeit – wo doch schlussendlich die meisten Menschen ohnehin damit beschäftigt sind, zwischen Arbeit, Kinder (falls vorhanden), Freizeitstress und sozialen Verpflichtungen ihren Kopf irgendwie über Wasser zu halten. Der Tag ist meistens zu kurz für alles was man erledigen soll/will/muss. Und dann auch noch aufs Fuxengut hatschn und Gemüse gießen?!
Vielleicht doch lieber am Heimweg ins Gschäft und das Grünzeug von dort holen – geht doch viel schneller?

Aber soll´s wirklich immer schnell gehen – oder ist genau das, das Problem.

Also Zeit nehmen für einen eigenen Gemüsegarten. Zeit, die einem – wenn man nicht wirklich alles falsch macht – schlussendlich frisches Gemüse aus Eigenbau beschert.
Initiativen und Ansätze des wachsenden Wunsches nach Selbstversorgung, Selbstverantwortung, Selbstwirksamkeit – und jetzt nicht unbedingt nur im Bereich Lebensmittelversorgung – gibt’s immer mehr. Repair- und Strickcafes, Brotbackbücher, Näh-Workshops. Warum gibt es in diesem Bereich eine solche Dynamik? Angst vor der Systemkrise oder Kritik am Konsumwahn?
Was auch immer, mir gefällt´s.
Vor nicht allzulanger Zeit hat sich die Kepler-Uni in Linz mit dem Thema Selbstversorgung auseinandergesetzt… „Subsistenz in Oberösterreich - Ökonomisches Auslaufmodell oder wiederkehrende Wirtschaftsweise?“ war der Titel des Forschungsprojekts. Da wurde eine ganze Reihe von Lebensbereichen – Ernährung, Bildung, Gesundheit, Kosmetik, Mobilität, Erholung -  unter die Lupe genommen und entsprechende Trends, Möglichkeiten, Hindernisse und Potenziale zur Selbstversorgung untersucht. Es macht durchaus Sinn, manche Dinge anderen zu überlassen. Aber was macht die Selbstversorgung, das „selber machen“  so anziehend? Sicher nicht nur die Gegebenheit, dass man dadurch den Eigenbedarf, ein Bedürfnis des täglichen Lebens abdeckt. Das eigene Wirken, das eigene Schaffen gibt der Zeit – die man braucht – und dem „Resultat“ eine andere Bedeutung. Mir auf jeden Fall.
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Selbstgemacht schmeckt, riecht und schaut doch einfach besser (aus)!
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..der Meinung sind auch die Kinder (meistens auf jeden Fall)
Die Eigenproduktion von Lebensmitteln gerade im städtischen Raum mag für den einen eine praktische oder auch „spirituelle Lebenshaltung“ für den anderen eine realitätsferne Verklärung vergangener Zeiten sein. Schlussendlich, und da spreche ich aus meiner Perspektive, ist es vor allem eine Entwicklung, die einen optimistischen Blick in die Zukunft zulässt. Eine bereits angemeldete Parzellenmieterin hat mich kürzlich gefragt, ob es denn möglich wäre, dass auch ihr Kind im Volksschulalter alleine zur Gartenparzelle kommen könnte, zum Gießen und Ernten… Ja und ob. Wenn auch die nächste Generation unserer modernen, urbanen Gesellschaft statt am Smartphone zu wischen (und da nehme ich mich selbst nicht aus) auch wieder in die Erde greift und eigenes Gemüse erntet…und damit ein Gefühl für Zeit und Aufwand bekommt, die es eben braucht bis man etwas Gutes am Teller hat – dann ist das ein Schritt in die richtige Richtung.
In diesem Sinne…wir freuen uns auf den 2. April!
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Autor:
Julia
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Wenn´s doch so einfach wär!
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Auch am Wiener Stadtrand scharrt man in den Startlöchern
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Selbstgemacht schmeckt, riecht und schaut doch einfach besser (aus)!
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..der Meinung sind auch die Kinder (meistens auf jeden Fall)
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