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03.11.2016_Umbau - Aufbau - Anbau

Zeit für Veränderung

Seit Beginn des Jahres 2016 drehte sich bei uns alles ums Bauen. Für Igor und mich hat sich nach einer rund 2-jährigen Planungsphase  – also Diskutieren, Skizzieren, Rechnen, Überlegen und Ausbrüten unserer Ideen – ein ziemlich genaues Bild davon ergeben, wie unser Hofprojekt – jetzt einmal rein physisch - aussehen sollte. Was wir wollten: Ein in den Fuxengut-Gebäudeverband passendes, ansehnliches Gewächshaus, einen einladenden Hofmarkt-Verkaufsplatz und ein Kunden-WC für die Selbsterntegärtner und die Greencare-Kunden. Schnell war klar…für dessen Realisierung, waren die Mühlen der Bürokratie unumgänglich. An praktisch jedem Anfang eines österreichischen Vorhabens steht eine behördliche Bewilligung…so auch bei unserem Hofprojekt. Der unbebaute Bereich des Fuxenguts ist laut Raumordnung mit der Widmungskategorie Grünland- Landwirtschaft festgelegt. Um im Grünland zu bauen bedarf es einer Baubewilligung der Gemeinde. Landwirtschaftliche Flächen werden in Österreich aus landschaftsplanerischer Perspektive viel zu oft leichtfertig umgewidmet und verbaut, dementsprechend stand ich dem Prozess der Baubewilligung durchaus aufgeschlossen gegenüber. Es folgte die Erarbeitung eines Bewirtschaftungskonzepts, ein landwirtschaftliches, naturschutzfachliches und ein raumplanerisches Gutachten, eine Baubeschreibung, ein Baubewilligungsansuchen sowie – das Kernstück der Baubewilligung -  unser Einreichplan für die Gemeinde. Ein gutes Jahr dauerte der Baugenehmigungsprozess und es folgte schlussendlich die Bewilligung unseres Bauprojekts durch den Garstner Bürgermeister.
Damit sollte im Sommer 2016 auch der reale Umbau unseres Lebens beginnen. Die Beendigung unserer Arbeitsverhältnisse in Wien, die Abmeldung unserer Kinder vom Wiener Kindergarten, die Kündigung unserer geliebten Wohnung und ein letzter, trotz aller Vorfreude, durchaus wehmütiger Spaziergang durch den 18. Wiener Gemeindebezirk.
Die Zeit der Veränderung bracht damit an… fürs Fuxengut und für uns als Familie.
In diesem Herbst sollte es also so richtig losgehen. Ein erster wichtiger Schritt wurde jedoch bereits im Herbst des vorhergehenden Jahres getan: der von uns als „Bassin-Berg“ bezeichnete, vor rund 80 Jahren aufbetonierte Wasserbassin wurde weggerissen. Ein grasbewachsener, hohler Betonklotz und gleichzeitig ein beliebter Spiel- und Aussichtsort in der Kindheit meiner Mutter und ihren Geschwistern in den 1950ern- und 60ern, in der Kindheit von mir und meinen Geschwistern in den 80ern- und 90ern und schlussendlich für 3 Zwergziegen in den 2010er Jahren. Mit dem Abriss des Bassin-Berges wurde also Platz für Gewächshaus und Verkaufsplatz geschaffen.
 
Polaroid-Erinnerung an unseren Bassin-Berg: Ich und meine Schwester irgendwann in den frühen 90ern
Kurz darauf wurde in Eigenregie gebaggert, geschaufelt, gebaut. Baustellen sind anstrengend, sie kosten Geld und Energie...aber: wenn man darin langsam aber sicher das Bild der zugrundeliegenden Ideen und Vorstellungen wiedererkennt, wird die ganze Sache spannend.
Der Bassinberg kurz vorm Abriss
Kurz vor Baubeginn
Kurz nach Baubeginn...
Die Basis ist fertig.
Das Gerüst steht..
fertig!
Spaziergänger empfinden es derzeit wahrscheinlich noch nicht als besonders einladend, wenn sie an unserer Baustelle vorbeigehen. Aber Igor und mir geht - obwohl alles noch einen ziemlich halbfertigen Eindruck macht - auch jetzt schon das Herz auf, wenn wir auf dem Verkaufsplatz oder im Gewächshaus stehen. Für uns ist damit ein großer Schritt beim Aufbau unserer Zukunft getan. Was wir in den letzten Jahren Schritt für Schritt erdacht und geplant haben, steht da auf einmal „in Echt“ vor uns.
Draussen ist schon fast Winter...drinnen lässt sichs noch gut arbeiten!
Was den Bauplatz anbelangt, lassen wir jetzt einmal den Winter vorbeiziehen. Im frühen Frühling geht’s weiter. Dann werden die Arbeiten abgeschlossen. Bodenplatten und Zaun für den Verkaufsplatz sowie das Innenleben des Klos müssen sich solange noch gedulden.
Behördliche Bewilligungen einholen, Baustelle, Beton, Bagger…das hatte bis jetzt noch eher wenig mit unseren eigentlichen Plänen zu tun: Nämlich einen kleinen, überschaubaren landwirtschaftlichen Betrieb zu führen. Gemüse anbauen und saisonale, biologische Direktvermarktung um damit die regionale Verflechtung von Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung ein Stück weit mitzutragen. Soziale Angebote – die sich voraussichtlich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten an die wandelnden gesellschaftlichen Herausforderungen und Entwicklungen anpassen. Vieles ist noch zu tun, bis wir Gemüse anbauen und verkaufen, bis wir die uns vorschwebende Atmosphäre geschaffen haben.
Trotz aller Unsicherheiten, auf die wir uns einlassen, sind wir davon überzeugt, dass unsere Ideen Anklang in der Umgebung finden...Viel wird darüber diskutiert, wie die zunehmende Wachstums- und Modernisierungsdynamik bei vielen Menschen gewissermaßen eine Gegenhaltung zur Industrialisierung, zur Gewinnorientierung und zur Beschleunigung des Lebenstempos auslösen. Ein Bedürfnis nach ökologischer und ästhetischer Aufwertung unserer Lebenswelt. Das gilt sicher nicht für jeden und jede (nur für uns kann ich es bestätigen), aber der Wunsch nach persönlichen Beziehungen, Ökologie, Nachhaltigkeit scheinen insgesamt stärker zu werden. Und das ist gut so. Genau deshalb glauben wir an die Realisierbarkeit unserer Ideen. Was die Zukunft bringt, werden wir sehen. Der Weg ist noch nicht geebnet, aber gerade das macht die vor uns liegende Arbeit auch reizvoll.
Nach den letzten, aufregenden Wochen kommen wir langsam aber sicher in Herbststimmung. Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir ziehen Resümee über das bisher geschaffte.
Und nächstes Jahr werden wir weitermachen…aufbauen, anbauen und wachsen lassen.
Langsam aber sicher...Herbststimmung
Herbstarbeiten abseits der Baustelle
Unser Weg ist abgesteckt...
Autor:
Julia & Igor
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Kurz vor Baubeginn
Kurz nach Baubeginn...
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Das Gerüst steht..
fertig!
Draussen ist schon fast Winter...drinnen lässt sichs noch gut arbeiten!
Langsam aber sicher...Herbststimmung
Herbstarbeiten abseits der Baustelle
Unser Weg ist abgesteckt...